Betriebsrat bestimmt bei Outlook-Kalender mit


Der Betriebsrat hat bem Einführen und Anwenden eines Outlook-Gruppenkalenders mitzubestimmen. Denn dieser Kalender ist eine technische Einrichtung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. Hat der Arbeitgeber den Betriebsrat bei der Einführung des Kalenders nicht beteiligt, müssen Beschäftigte der Weisung des Arbeitgebers, den Kalender zu nutzen, nicht Folge leisten – so das LAG Nürnberg.

Im konkreten Fall hatte der Arbeitgeber den Betriebsrat bei der Einführung des Outlook-Gruppenkalenders nicht beteiligt. Ein Arbeitnehmer weigerte sich, den Gruppenkalender zu nutzen und wurde deswegen vom Arbeitgeber abgemahnt. Er klagte auf Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte – und bekam Recht.

Die fehlende Beteiligung des Betriebsrats führte zur Unwirksamkeit der Abmahnung. Abgemahnt werden können nur Verstöße gegen arbeitsvertragliche Pflichten. Da der Betriebsrat bei der Einführung des Gruppenkalenders nicht beteiligt wurde, war der Arbeitnehmer berechtigt, der Anordnung des Arbeitgebers, den Gruppenkalender zu nutzen, nicht Folge zu leisten. Denn dem Arbeitgeber darf aus einer betriebsverfassungsrechtlichen Pflichtwidrigkeit auch im Rahmen des Arbeitsverhältnisses kein Vorteil erwachsen (Bundesarbeitsgericht ‒ Urteil vom 23.02.2016 ‒ 1 AZR 73/14). Da die Abmahnung daher unberechtigt war, ist sie aus der Personalakte zu entfernen.

LAG Nürnberg vom 21.02.2017, Az.: 7 Sa 441/16

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Eingeordnet unter Abmahnung, Technische Einrichtung

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