Müssen Männer und Frauen gleich viel verdienen ?


Eine interessante Entscheidung bezüglich der Lohngleichheit für Mann und Frau:

Die Mitarbeiterin einer Schuhfabrik verdiente – wie ein Teil ihrer Kolleginnen auch – weniger als ihre männlichen Kollegen. Nachdem sie von der Ungleichbehandlung wusste, verlangte sie vom Arbeitgeber den Differenzbetrag von rund 11.000 Euro sowie eine weitere Entschädigung von 6.000 Euro nach § 15 Abs. 2 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG).

Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz gab der Frau Recht. Die niedrigere Entlohnung beruhe allein auf dem Geschlecht und stelle daher eine unmittelbare geschlechtsbezogene Ungleichbehandlung dar.

Art, Schwere und Dauer dieser Benachteiligung gebieten die Festsetzung eines fühlbaren Entschädigungsbetrages, denn es handelte sich um eine unmittelbare Benachteiligung, die schwerer wiegt als eine bloß mittelbare, heißt es im Urteil.

Das Gericht war davon überzeugt, dass der Arbeitgeber die Frauen vorsätzlich benachteiligt hatte. Diese Benachteiligung war in keiner Weise durch Sachgründe gedeckt.

Die Ansprüche seien auch nicht verfallen. Das LAG hat sich mit der Frist aus § 15 Abs. 4 AGG befasst. Der Arbeitgeber war der Meinung, dass die Ansprüche verfallen seien. Nach der Vorschrift muss ein Schadensersatzanspruch innerhalb einer Frist von zwei Monaten schriftlich geltend gemacht werden.

Die Klägerin verlangt die Nachzahlung von Vergütungsdifferenzen. Sie mache jedoch hier keinen Schadensersatz nach § 15 Abs. 1 AGG geltend, sondern einen Erfüllungsanspruch auf die ihr als Frau vorenthaltenen Leistungen. Dieser Anspruch sei nicht verfallen, weil er nicht unter die Norm falle.

LAG Mainz, Urteil vom 28.10.2015 , Az.: 4 Sa 12/14

 

Was ist die Aussage und wo liegen weitere Gefahren ?

Sofern es einen Sachgrund gibt, darf unterschiedlich vergütet werden.

Sofern eine Ausschlussfrist eingreift müssen die Ansprüche wohl innerhalb der Ausschlussfrist geltend gemacht werden. Besteht keine Ausschlussfrist, dürfte es wohl bei der allgemeinen Verjährungsfrist bleiben.

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Eingeordnet unter AGG, Gleichbehandlung, Individualarbeitsrecht

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