Liegt ein Arbeitsunfall vor, wenn man bei einem Streit mit einem Türsteher vor einer Disco auf Ibiza verletzt wird ?


Sachverhalt:

Ein Außendienstmitarbeiter reiste beruflich nach Ibiza und führte seine Verkaufsverhandlungen in einem „Beach Club“. Nach Mitternacht verließ er den Club. Als er wieder in den Club wollte, wurde er vom Türsteher abgewiesen. Die Situation eskalierte und er wurde vom Türsteher geschlagen.

Die Entscheidung:

Kein Arbeitsunfall.

Zwar stünden Dienstreisen grundsätzlich unter Versicherungsschutz. Ab der spätabendlichen grundsätzlichen Einigung habe sich der Kläger im „Beach Club“ aber nicht mehr aus beruflichen, sondern aus persönlichen Belangen aufgehalten und sei daher nicht mehr gesetzlich unfallversichert gewesen.

Doch selbst wenn der mitternächtliche Aufenthalt im „Beach Club“ noch im Interesse des Arbeitgebers gewesen wäre, bestünde kein Versicherungsschutz. Denn der Unfall habe sich nicht im Lokal, sondern davor ereignet, wobei offen bleibe, weshalb der Kläger den „Beach Club“ zwischenzeitlich verlassen habe. Nicht entscheidungserheblich sei daher, ob der Versicherungsschutz bereits aufgrund erheblicher Alkoholisierung entfallen sei.

 

Sozialgericht Heilbronn, Urteil vom 14.04.2016 – S 6 U 4321/14

ebenso Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 09.03.2017
– L 6 2131/16 –

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