Teilzeitkräfte dürfen bei Überstunden nur proportional zu Vollzeitkräften herangezogen werden


Eine Teilzeitkraft (hälftige Arbeitszeit einer Vollzeitkraft) wurde von der Arbeitgeberin für gleich viele Stunden an Wochenenden zur Arbeit eingesetzt wie die Vollzeitbeschäftigten im Betrieb. Hierdurch fühlte sie sich benachteiligt nach § 4 Abs. 1 TzBfG.

Das LAG Berlin-Brandenburg gab ihr Recht.

Die Arbeitnehmerin werde wegen der Teilzeit ohne sachlichen Grund schlechter gestellt, als vergleichbare vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer.

Eine Ungleichbehandlung wegen der Teilzeitarbeit liege immer dann vor, wenn die Dauer der Arbeitszeit das Kriterium darstelle, an das die Differenzierung hinsichtlich der unterschiedlichen Arbeitsbedingungen anknüpft.

Die Arbeitgeberin setzt die Teilzeitbeschäftigte hier an jeweils zwei Wochenendtagen im Monat mit derselben Stundezahl ein wie Vollzeitbeschäftigte. Bezogen auf ihre Gesamtarbeitszeit bedeutet dies eine deutlich überproportionale Heranziehung der Teilzeitbeschäftigten an Wochenenden.

Das gesetzliche Benachteiligungsverbot erfasst alle Arbeitsbedingungen. Das gelte insbesondere auch für die Möglichkeit der Freizeitgestaltung an Wochenenden, weil die zusammenhängende Freizeit an den Wochentagen Samstag/Sonntag ganz allgemein als erstrebenswert und vorteilhaft angesehen werde.

 

LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 20.08.2015, Az.: 26 Sa 2340/14

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Individualarbeitsrecht, Teilzeit

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s