Fehlverhalten des Ehepartners ist kein Kündigungsgrund


Der Ehemann einer Arbeitnehmerin hatte mit deren Arbeitgeber Vertrag für Umbauarbeiten in dessen Praxis und in dessen Privathaus abgeschlossen. Hinsichtlich dieser Umbaumaßnahmen und deren Abrechnung kam es dann zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern.

Was im Einzelnen geschah, konnte nicht umfassend aufgeklärt werden. Der Arbeitgeber soll gegenüber Dritten erklärt haben, dass der Ehemann ihn fast bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt, geschlagen und getreten habe.

Daraufhin sprach er seiner Arbeitnehmerin die Kündigung aus, da er wegen des völligen Zerwürfnisses mit dem Ehemann nicht mehr mit der Arbeitnehmerin weiter arbeiten wollte.

 

Zu Unrecht. Es gibt keine Sippenhaftung.

Die Rechtssphären der Eheleute seien voneinander getrennt zu betrachten, eine Zurechnung finde nicht statt. Mithin war die Kündigung unwirksam.

 

ArbG Aachen vom 30.09.2015, Az.: 2 Ca 1170/15

 

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Eingeordnet unter Individualarbeitsrecht, Kündigung

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