Wann hat ein Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein homeoffice ?


Ist im Arbeitsvertrag der Ort der Arbeitsleistung nicht bestimmt, kann der Arbeitgeber diesen kraft seines Weisungsrechts bestimmen. Dabei muss er die Interessen des Beschäftigten im Auge behalten – und bei erheblicher Distanz zwischen Wohnort und Firmensitz auch ein Home-Office billigen, so das LAG Mainz.

 

In vorliegendem Fall konnte der Arbeitgeber nicht darlegen, warum die Arbeit am Firmensitz erforderlich sein sollte. Ein berechtigtes Interesse fehlte. Der Mitarbeiter habe dagegen ein erhebliches Interesse an der Heimarbeit gehabt. Denn eine Arbeit am Firmensitz hätte einen Umzug oder eine Zweitwohnung zur Folge gehabt, was dem Mitarbeiter in diesem Fall nicht zumutbar war.

Zudem hatte der Arbeitgeber seit August 2009 die Fahrzeiten des Klägers von zu Hause zur Betriebsstätte als Arbeitszeit anerkannt und Fahrtkosten erstattet. Aus dieser langjährigen Handhabung sei ein auf die Beibehaltung dieser Übung gerichteter Vertrauenstatbestand zugunsten des Klägers und somit auch eine entsprechende rechtliche Verpflichtung entstanden, urteilte das LAG. Es sei sogar naheliegend, von einer konkludent zustande gekommenen Vereinbarung zwischen den Parteien über die Anerkennung dieser Fahrten als Dienstreisen auszugehen.

 

LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 17.12.2014, Az.: 4 Sa 404/14

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Eingeordnet unter homeoffice, Individualarbeitsrecht

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