Wieviel Urlaub steht einem bei kurzfristiger Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses zu ?


Das BAG hat über die Urlaubsdauer bei kurzfristiger Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses entschieden.

Mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses entsteht nach § 7 Abs. 4 BurlG ein Anspruch auf Abgeltung des wegen der Beendigung nicht erfüllten Anspruchs auf Urlaub. Wird danach ein neues Arbeitsverhältnis mit demselben Arbeitgeber begründet, ist dies in der Regel urlaubsrechtlich eigenständig zu behandeln. Der volle Urlaubsanspruch wird erst nach (erneuter) Erfüllung der Wartezeit des § 4 BurlG erworben. Der Teilurlaub gemäß § 5 BUrlG berechnet sich grundsätzlich eigenständig für jedes Arbeitsverhältnis.

 

Im vorliegenden Fall endete das Arbeitsverhältnis aufgrund einer Eigenkündigung an einem Freitag. Bereits vor Ablauf der Kündigungsfrist einigten sich die Parteien auf die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses, Beginn der darauffolgende Montag.

Das Arbeitsverhältnis war somit 2 Tage (Samstag und Sonntag) unterbrochen.

 

Das BAG hat entschieden, dass jedenfalls in den Fällen, in denen aufgrund vereinbarter Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses bereits vor Beendigung des ersten Arbeitsverhältnisses feststeht, dass es nur für eine kurze Zeit unterbrochen wird, ein Anspruch auf ungekürzten Vollurlaub entsteht, wenn das zweite Arbeitsverhältnis nach erfüllter Wartezeit in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres endet.

Urteil des BAG vom 20.10.2015, Az.: 9 AZR 224/14

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Eingeordnet unter Individualarbeitsrecht, Urlaub

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