„Sitzstreik“ zur Durchsetzung einer au�ertarifvertraglichen Vergütung kann ordentliche Kündigung rechtfertigen


Ein mehrstündiger „Sitzstreik“ im Dienstzimmer des Vorgesetzten zur Durchsetzung eines AT-Vertrages kann auch bei langjähriger Betriebszugehörigkeit ohne vorherige Abmahnung jedenfalls eine verhaltensbedingte fristgemäße Kündigung rechtfertigen. Ein solches Verhalten kann eine nachhaltige und gravierende Pflichtverletzung darstellen. Die erforderliche Interessenabwägung zwischen dem Beendigungsinteresse des Arbeitgebers und dem Bestandsschutzinteresse des Arbeitnehmers kann ergeben, dass die fristgemäße verhaltensbedingte Kündigung billigenswert und angemessen ist. Eine Abmahnung ist dann auch unter Berücksichtigung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes nicht erforderlich. Entschließt sich der Arbeitgeber vor Ausspruch einer Tatkündigung dazu, den Arbeitnehmer zum Kündiungssachverhalt anzuhören, hemmt dies in der Regel den Beginn der Zwei-Wochen-Frist des § 626 Abs. 2 BGB.

Urteil des LAG Schleswig-Holstein vom 06.05.2015, Az.: 3 Sa 354/14

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Eingeordnet unter Individualarbeitsrecht, Kündigung

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