Einschlafen am Arbeitsplatz als Kündigungsgrund?


Das ArbG Köln hatte über die Kündigungsschutzklage einer Stewardess im Bordservice der beklagten Bahngesellschaft zu entscheiden, die gekündigt worden war, nachdem sie in einem Zugabteil eingeschlafen war und erst nach mehreren Stunden die Arbeit aufgenommen hat.

Die Arbeitgeberin wertet das Einschlafen als Arbeitsverweigerung. Sie verweist zudem auf vorangegangene Abmahnungen, die sie unter anderem wegen Verschlafens des Dienstbeginns gegenüber der Klägerin ausgesprochen habe.

Das Arbeitsgericht hat die Unwirksamkeit der Kündigung festgestellt und folgt nicht der Argumentation der Arbeitgeberin. Es hat offen gelassen, ob die Klägerin eine arbeitsvertragliche Pflicht verletzt hat, indem sie sich nicht förmlich krankgemeldet hat und im Abteil eingeschlafen ist. Selbst im Fall einer Pflichtverletzung hätte es einer weiteren Abmahnung bedurft. Die bereits erteilten Abmahnungen hat das Gericht für nicht einschlägig und die Kündigung damit für unverhältnismäßig gehalten.

 

ArbG Köln, Urteil vom 19.11.2014 – 7 Ca 2114/14

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Eingeordnet unter Individualarbeitsrecht, Kündigung

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