Außerordentliche Kündigung wegen Mitnahme von Rotkohl durch eine Küchenhelferin kann unwirksam sein


Die unberechtigte Mitnahme von Rotkohl durch eine Küchenhelferin kann eine erhebliche, die Schwelle zum wichtigen Grund überschreitende Pflichtverletzung, darstellen. Lässt sich eine Küchenhilfe trotz entgegenstehender Belehrungen zubereiteten Rotkohl, der vom Mittagessen übrig geblieben ist, von einem Kollegen in mehrere Schalen einfüllen, um diese später mit nach Hause zu nehmen, ist im Rahmen der Interessenabwägung aufgrund der Umstände des Einzelfalls neben dem störungsfreien Verlauf des langjährigen Arbeitsverhältnisses zu Gunsten der Arbeitnehmerin insbesondere zu berücksichtigen, dass sie sich die Essensreste nicht heimlich selbst abgefüllt, sondern ihr vielmehr ein Kollege das Abfüllen des Kohls gestattet hat, wenn auch möglicherweise in der irrigen Annahme, dass der Kohl entsorgt werden soll; für das Bestandsinteresse der Arbeitnehmerin spricht ferner der geringe Wert des Rotkohls.

Urteil des LAG Schleswig-Holstein vom 18.12.2013, Az.: 6 Sa 203/13

(Fortführung der Emmely-Rechtsprechung des BAG)

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Diebstahl, Fristlose Kündigung, Individualarbeitsrecht

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s