Gegenstand eines betrieblichen Eingliederungsmanagements kann auch ein Konzept zur Änderung der Lebensweise sein


Zwar ist die Durchführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements nach dem SGB IX keine formelle Wirksamkeitsvoraussetzung für eine Kündigung. Jedoch konkretisiert die entsprechende Norm den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz. Beruhen die Fehlzeiten eines Arbeitnehmers auf einer überdurchschnittlichen Krankheitsanfälligkeit, so kann Gegenstand eines betrieblichen Eingliederungsmanagements auch die Erarbeitung eines umfassenden Konzeptes zur Änderung der generellen (d. h. auch privaten) Lebensweise sein, damit der Arbeitnehmer auf diese Weise seine gesundheitliche Verfassung gerade bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten verbessert und damit seine Krankheitsanfälligkeit mindert. Auch wenn die Umsetzung des im Rahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements erarbeiteten Konzeptes nicht dem Arbeitgeber, sondern dem Arbeitnehmer obliegt, ist die Erarbeitung eines derartigen Konzeptes noch Bestandteil des betrieblichen Eingliederungsmanagements.

Urteil des LAG Hessen vom 03.06.2013, Az.: 21 Sa 1456/12

Dies erscheint mir neu, da das BEM eigentlich zum Ziel hat, herauszufinden, wie der AG Krankheiten, die aus der betrieblichen Sphäre her entstehen, zukünftig zu vermeiden

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Individualarbeitsrecht

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s