Gefahren bei der Stellenbesetzung unter dem Aspekt der (Nicht-)Berücksichtigung von Schwerbehinderten


Schwerbehinderte Menschen und deren Gleichgestellte dürfen nicht benachteiligt werden, §§ 81 Abs. 2 S. 1, 68 Abs. 3 SGB IX i.V.m. AGG. Kommt es zu einer Benachteiligung, setzen sich Arbeitgeber Schadensersatzansprüchen aus.

Stolpersteine:

1. Der Arbeitgeber prüft bei der Stellenausschreibung nicht, ob die Stelle mit einem Schwerbehinderten oder Gleichgestellten besetzt werden kann. Für eine solche Prüfung sollten sich Arbeitgeber frühzeitig mit der Agentur für Arbeit in Verbindung setzen. Geschieht dies nicht, besteht bereits deswegen die Vermutung der Benachteiligung.

2. Die Stelle wird so ausgeschrieben, dass Schwerbehinderte oder Gleichgestellte bereits anhand der Formulierung der Stellenausschreibung benachteiligt werden.

3. Falls im Betrieb ein Betriebsrat oder eine Schwerbehindertenvertretung besteht, ist diese vom Arbeitgeber über Vermittlungsvorschläge von der Agentur für Arbeit oder des Integrationsfachdienstes  unmittelbar nach deren Eingang zu unterrichten. Geschieht dies nicht, besteht das Indiz der Vermutung einer Benachteiligung

4. Bei der Ablehnung eines Schwerbehinderten oder Gleichgestellten ist die Ablehnung zu begründen, da ohne Begründung die Vermutung der Benachteiligung besteht.

5. Öffentliche Arbeitgeber sind zudem verpflichtet, Schwerbehinderte zu einem Bewerbungsgespräch einzuladen

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Eingeordnet unter AGG, Individualarbeitsrecht, Schwerbehinderung

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