Urlaubsanspruch bei Ausscheiden in der zweiten Jahreshälfte


Scheidet ein Arbeitnehmer nach 6-monatigem Bestehen eines Arbeitsverhältnisses aus diesem aus, so steht ihm der volle Jahresurlaubsanspruch zu.

 

Was, wenn der Arbeitnehmer 30 Tage Urlaub vereinbart hat ? In diesen 30 Tagen verbergen sich 20 Tage gesetzlicher und 10 Tage vertraglicher (freiwilliger) Urlaub.

 

Ist vertraglich nichts geregelt, so stehen dem Arbeitnehmer bei seinem Ausscheiden die vollen 30 Tage zu.

Hat man hingegen vertraglich eine pro rata temporis Regelung getroffen, so stünden dem Arbeitnehmer zwar die vollen 20 gesetzlichen Urlaubstage zu, die vertraglich zusätzlich gewährten Urlaubstage nur anteilig.

 

Beispiel unter Verwendung einer pro rata temporis Regelung (1/12 Regelung)

Beginn des Arbeitsverhältnisses 01.01.; Beendigung des Arbeitsverhältnisses 30.09.; vereinbarter Urlaub 30 Tage

Bis 30.09. stehen dem Arbeitnehmer nun 20 Tage gesetzlicher Urlaub zu. Aufgrund der  pro rata temporis Regelung erhält der Arbeitnehmer nun jedoch keine weiteren 10 Tage Urlaub mehr sondern nur noch 3 weitere Tage (9 Monate/12 Monate x 30 Urlaubstage = 22,5 Urlaubstage, aufgerundet 23 Urlaubstage)

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Urlaub, Urlaubsabgeltung

3 Antworten zu “Urlaubsanspruch bei Ausscheiden in der zweiten Jahreshälfte

  1. m.z.

    Hallo,
    die Berechnung der Urlaubtstage mit einer „pro-rata temporis“-Klausel stimmt so nicht mit dem Wortlaut ueberein(am oben gegebene Beispiel): Laut Ausfuehrung fuer die Urlaubstages heisst es, „so stünden dem Arbeitnehmer zwar die vollen 20 gesetzlichen Urlaubstage zu, die vertraglich zusätzlich gewährten Urlaubstage nur anteilig.“ Also darf nur der freiwillige Anteil geteilt werden, daraus folgt
    20 Tage[schon erworben] + (( 9Monate / 12 Monate) * 10 )[freiwilliger Anteil] = 27,5 Tage -> wie man sieht ist das schon ein Unterschied. In Ihrer Formel werden die 20 Tage auch geteilt und die sind laut ihrem Text ja schon erworben, also duerfen die nicht geteilt werden. Die Mathematik ist da sehr penibel.

    Gruss
    m.z.

    • Hallo m.z.,

      vielen Dank für den Hinweis. Richtig ist zwar, dass der gesetzliche Urlaub (20 Tage) in der zweiten Jahreshälfte voll erworben wurde. Aufgruznd der Zwölftelregelung führt dies nun aber dazu, dass vom Grundsatz her der gesamte Jahresurlaub gezwölftelt werden müsste, dem Arbeitnehmer jedoch mindestens der gesetzliche Jahresurlaub verbleiben muss.

      Das Arbeitsgericht Stuttgart nimmt nach meiner praktischen Erfahrung nun folgende Rechnung vor:

      30 / 12 = 2,5
      2,5 * 9 (nicht wie von Ihnen multipliziert mit 10, da ja am 30.09. erst 9 Monate des Jahres vergangen sind) = 22,5
      Halbe Urlaubstage werden aufgerundet, so dass es zum Ergebnis 23 Urlaubstage kommt und dem Arbeitnehmer damit der gesetzliche Mindesturlaub von 20 Tagen voll verbleibt. Insgesamt wird also auch eine Zwölftelung bei den gesetzlichen Urlaubstagen vollzogen, nur unter der Maßgabe, dass es im Ergebnis mindestens bei dem gesetzlichen Urlaubsanspruch verbleiben muss.

      Ich danke dennoch sehr für den Hinweis und freue mich darüber, dass meine posts gelesen und auch kommentiert werden.

      • m.z.

        Hallo,
        vielen Dank fuer den Hinweis. Allerdings frage ich mich, warum der explizite Hinweis(nicht nur hier) „,die vertraglich _zusätzlich_ gewährten Urlaubstage _nur_ anteilig.“ Dies ist gerade das irrefuehrende und das was den Unterschied ausmacht.

        Vielen Dank.
        m.z.

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