Abmahnung ist bei teilweise unberechtigten Vorwürfen aus Personalunterlagen zu entfernen


Eine Abmahnung ist auch dann aus den Personalunterlagen zu entfernen, wenn auch nur Teile der darin erhobenen Vorwürfe unberechtigt sind. Beruht die Abmahnung darauf, dass der Arbeitnehmer das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) der Produkte in einem Lebensmittel-Einzelhandel nicht sorgfältig überprüft hat, so besteht der Entfernungsanspruch bereits dann, wenn der Vorwurf auch nur für einen der Artikel nicht zutrifft. Dem Arbeitgeber obliegt der Nachwies für die dem Arbeitnehmer zur Last gelegten Versäumnisse. Kann er den Nachweis nicht mehr führen, da die Originalprodukte vernichtet sind und auch keine anderweitige fotografische Dokumentation erfolgt ist, darf dies dem Arbeitnehmer nicht zum Nachteil gereichen. Die spätere Berufung des Arbeitgebers auf zeugenschaftliche Vernehmung seiner Gewährsperson genügt demgegenüber zum Nachweis fehlerfreier Identifikation der betreffenden Daten nicht.

 

ArbG Berlin vom 12.04.2013, Az.: 28 Ca 2357/13

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Eingeordnet unter Abmahnung, Individualarbeitsrecht

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