Alkoholabhängigkeit = selbstverschuldete Arbeitsunfähigkeit ?


Für die Frage des Verschuldens eines alkoholabhängigen Arbeitnehmers an einer alkoholbedingten Arbeitsunfähigkeit kommt es regelmäßig nicht auf ein etwaiges Verschulden bei der Herbeiführung der Abhängigkeit an. Die Frage des Verschuldens eines alkoholabhängigen Arbeitnehmers an seiner Suchterkrankung ist nur dann im Sinne von § 3 Abs. 1 EFZG relevant, wenn es sich zugleich unmittelbar auf die Ursachen der aktuellen Arbeitsunfähigkeit bezieht. Im konkreten Einzelfall ist zu prüfen ist, welche Umstände zu einem Alkoholmissbrauch mit anschließender Arbeitsunfähigkeit geführt haben. Hierbei ist zudem das Verschulden an dieser „Grunderkrankung“ regelmäßig nicht justitiabel.

 

ArbG Köln vom 29.05.2013, Az.: 9 Ca 9134/12

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Eingeordnet unter Individualarbeitsrecht, Krankheit

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