Außerordentliche Kündigung bei unerlaubter Privatnutzung eines Diensthandys


Die unerlaubte Privatnutzung eines vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Diensthandys, um auf dessen Kosten heimlich umfangreiche Privattelefonate zu führen, stellt einen wichtigen Grund für eine außerordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses dar, wenn dem Arbeitnehmer klar war, dass die private Verwendung der dienstlichen Telefonnummer zu privaten Auslandstelefonaten nicht gestattet war. Dies kann sich insbesondere daraus ergeben, dass der Arbeitnehmer eine Erklärung unterzeichnet hat, aus der sich das Verbot ergibt. Im Rahmen der Interessenabwägung überwiegen die berechtigten Interessen des Arbeitgebers an der sofortigen Vertragsbeendigung, wenn man den erheblichen Vertrauensverlust, die Höhe der durch Privatnutzung hervorgerufenen Kosten von 500 Euro und den Umstand berücksichtigt, dass das für die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses erforderliche Vertrauen in die Integrität des Arbeitnehmers zerstört ist.

Hessisches LAG vom  10.12.2012, Az.: 17 Sa 887/12, ebenso vom gleichen Tag 17 Sa 960/12

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Eingeordnet unter Fristlose Kündigung, Individualarbeitsrecht

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