Gekündigt – Kündigungsschutzklage gewonnen – trotzdem keine Lohnnachzahlung ?


Ein Anspruch auf Zahlung von Verzugslohn kann entfallen, wenn der Arbeitnehmer seiner für die Dauer des Annahmeverzuges bestehenden Obliegenheit, anderweitigen Verdienst – gegebenenfalls auch beim bisherigen Vertragsarbeitgeber – zu erzielen, nicht nachgekommen ist. Wenn ein Arbeitnehmer für die Dauer einer Zwischenbeschäftigung nicht verpflichtet war, eine anderweitig bestehende Erwerbsmöglichkeit wahrzunehmen, so ändert sich die rechtliche Situation grundlegend mit dem Verlust der Zwischenbeschäftigung. Der Arbeitnehmer hat sich auf den Verzugslohnanspruch nicht allein tatsächlich, sondern auch hypothetisch erzieltes Arbeitsentgelt anrechnen zu lassen. Die Obliegenheit zur Wahrnehmung anderer Verdienstmöglichkeiten umfasst grundsätzlich auch die Möglichkeit einer vorläufigen Beschäftigung beim bisherigen Arbeitgeber.

 

So das LAG Hamm vom 14.03.2013, Az.: 8 Sa 1246/12

 

Aus dem Urteil wird wieder einmal ersichtlich, dass man sich auch bei hohen Erfolgsaussichten eines Kündigungsschutzprozesses gleichwohl für die Dauer des Prozesses um eine anderweitige Beschäftigungsmöglichkeit bemühen muss, wenn man seinen Anspruch auf Lohnnachzahlung nicht verlieren will.

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Eingeordnet unter Individualarbeitsrecht, Kündigung, Kündigungsschutz

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