Geschlechtsdiskriminierung möglich, wenn Personalplanung von Schwangerschaft einer Arbeitnehmerin abhängig gemacht wird


Eine Arbeitnehmerin kann zum einen durch eine Ablehnung ihres Wunsches nach Erhöhung ihrer Arbeitszeit und zum anderen durch Ausspruch einer Kündigung unmittelbar wegen ihres Geschlechts benachteiligt worden sein, wenn ein für den Personalbereich des Arbeitgebers (mit-)verantwortlicher Mitarbeiter die „weitere Personalplanung am Standort D.“ in einen unmittelbaren Zusammenhang mit einer möglichen Schwangerschaft der Arbeitnehmerin in einem bestimmten Jahr gestellt hat. Diese Möglichkeit einer Schwangerschaft stellt dabei ein Merkmal dar, das in einem untrennbaren Zusammenhang mit dem Geschlecht der Arbeitnehmerin steht. Die wiederholte Verknüpfung dieser Möglichkeit mit der Personalplanung des Arbeitnehmers bzw. der Ablehnung des Wunsches der Arbeitnehmerin nach einer Arbeitszeiterhöhung können konkret nahelegen, dass eine hypothetische männliche Person in der Situation der Arbeitnehmerin mangels Möglichkeit einer Schwangerschaft eine günstigere Behandlung erfahren hätte.

 

ArbG Düsseldorf vom 12.03.2013, Az.: 11 Ca 7393/11

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Eingeordnet unter AGG, Individualarbeitsrecht

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