Verdachtskündigung bei Verzehr von Lebensmitteln aus Eigentumsbestand des Arbeitgebers


Schon der schwerwiegende Verdacht einer strafbaren Handlung/Vertragsverletzung ist ein eigenständiger Kündigungsgrund; dies gilt jedenfalls dann, wenn objektive Tatsachen ein starkes Verdachtsmoment begründen und dieses Verdachtsmoment geeignet ist, das für die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses erforderliche Vertrauen zu zerstören. Hierzu gehört insbesondere die Begehung eines Diebstahls oder einer Unterschlagung, der Arbeitnehmer enttäuscht durch die Eigentumsverletzung in erheblicher Weise das Vertrauen des Arbeitgebers in seine Redlichkeit. In den gleichen Bereich fällt der Verzehr von übrig gebliebenen Cateringartikeln. Bestreitet der Arbeitnehmer den Kern des Vorwurfs hinreichend (hier: ein mit Kaviar belegtes Brötchen aus dem Bestand des Arbeitnehmers in der Hand gehalten zu haben mit der Absicht, dieses zu essen), muss eine Beweisaufnahme durchgeführt werden. Das Argument des Arbeitnehmers, dass es sich bei dem Kaviar um rücklaufende Ware gehandelt hat, die der Vernichtung zuzuführen war und von daher für den Arbeitgeber keinen eigenständigen Wert mehr darstellte, ist unbeachtlich.

 

Hessisches LAG vom 31.08.2012, Az.: 10 Sa 395/12

 

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Eingeordnet unter Diebstahl, Fristlose Kündigung, Individualarbeitsrecht, Kündigung

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