Keine fristlose Kündigung bei belastetem Vertrauensverhältnis


Auch wenn die Pflichtverletzung des Arbeitnehmers das Vertrauensverhältnis zur Arbeitgeberin erheblich belastet, führt sie nicht grundsätzlich zum Überwiegen der Interessen der Arbeitgeberin an der fristlosen Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Berücksichtigt werden müssen auch der Grad des arbeitnehmerseitigen Verschuldens, eine mögliche Wiederholungsgefahr sowie die Dauer des Arbeitsverhältnisses und dessen störungsfreier Verlauf. Druckt der in einer Spielbank beschäftigte Arbeitnehmer pflichtwidrig am Rechner eines Kollegen für ihn nicht bestimmte Daten aus und gibt diese heraus, darf bei der Abwägung also nicht übersehen werden, dass es möglicherweise durch die Zugriffsgewährung und die geschaffene Arbeitsplatzsituation leicht war, an die Daten zu gelangen.

Beschluss des LAG Schleswig-Holstein vom 09.01.2013, Az.: 6 TaBV 9/12

 

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Eingeordnet unter Fristlose Kündigung, Individualarbeitsrecht

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